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Die enormen Preissteigerungen, die seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine eingesetzt haben, haben sich im Jahr 2024 nur leicht abgeschwächt.

Die weiterhin hohen Energiepreise lassen die Gefahr, in eine Überschuldung zu geraten, wachsen - insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen und Rentner*innen.

Auf dieser Seite haben wir einige relevante Zahlen zum Thema Energie und Schulden zusammengestellt.

Inflationsrate

Die Inflationsrate im Jahr 2025 betrug 2,2 % und ist damit gleich hoch wie 2024 und deutlich geringer als in den vorangegangenen Jahren. Im Jahresdurchschnitt lag sie 2023 bei +5,9 %, 2022 sogar bei +6,9 % und 2021 bei +3,1 % gelegen. 
Die Inflationsrate nach Monaten finden Sie hier.

Preisentwicklung für Gas und Strom

Während sich Dienstleistungen und Waren in 2025 gegenüber dem Vorjahr verteuerten, gingen bei Energie sowohl die Preise für Haushaltsenergie (-2,3 %, darunter leichtes Heizöl: -5,3 %; Strom: -2,2 %) als auch für Kraftstoffe (-2,6 %) in 2025 gegenüber dem Vorjahr zurück. Quelle

Seit 2008 haben sich die Strompreise in Deutschland nahezu verdoppelt. Quelle (Tab. 61241-15)

Energiesperren 2024

Laut Monitoringbericht 2025 der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamtes wurde im Jahr 2024  bundesweit 239.269 Haushalten wegen Zahlungsrückständen der Zugang zu Strom zeitweise gesperrt (innerhalb und außerhalb von Grundversorgungsvertragsverhältnissen). Das ist eine starke Steigerung von 15 % gegenüber dem Vorjahr (2023: 204.441).
4,6 Millionen mal wurden Stromsperrungen angedroht (+ 21 % gegenüber 2023), von denen 981.474 in einen Unterbrechungsauftrag mündeten (+25 %). Die sehr hohe Zahl der Unterbrechungsandrohungen zeigt, dass sehr viele Haushalte Zahlungsprobleme haben und sich in prekären Einkommensverhältnissen befinden.

In Schleswig-Holstein wurde in 8.012 Haushalten der Strom abgestellt (+ 68 % gegenüber 2023). In 543 Haushalten kam es zu Gassperrungen (+ 13 % gegenüber 2023). Dieser sprunghafte Anstieg könnte auch dem Umstand zu verdanken sein, dass viele Stromlieferanten vor dem Hintergrund der zeitweise drastisch gestiegenen Strompreise für einen begrenzten Zeitraum freiwillig auf Sperrungen verzichtet haben. Daher ist nicht auszuschließen, dass bei den Sperrzahlen für das Jahr 2024 ein Nachholeffekt zu beobachten ist. 

Zudem gab es 2024 bundesweit in rd. 34.400 Fällen Sperrungen von Gas, was einen deutlichen Anstieg um 23 % gegenüber 2023 bedeutet. 
Knapp 1 Million mal wurden Gassperrungen angedroht, von denen knapp 218.000 in einen Unterbrechungsauftrag mündeten. 

Um 26 % gestiegen ist die Anzahl der Haushaltskunden, die eine Abwendungsvereinbarung inklusive einer Ratenzahlung bei bestehenden Zahlungsschwierigkeiten in Anspruch genommen haben. Diese lag bei rund 81.000 Haushaltskunden (2023: 65.000).

Quelle: Monitoringbericht 2025, S. 160, 297 ff. 

Hinweis zu den Zahlen: Die vom Lieferanten gemeldete Gesamtzahl der Sperrungen weicht immer von den vom Netzbetreiber durchgeführten Sperrungen ab. Die Bundesnetzagentur nutzt für die Angabe der Gesamtzahl der Sperrungen die Meldungen der Netzbetreiber.

Preisentwicklung für Nahrungsmittel

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2025 gegenüber 2024 um 2 %. Diese moderaten Quoten kommen von einem immer noch hohen Preisniveau her: 2024 plus 1,4 gegenüber 2023; 2023 lag die Teuerungsrate bei 12,4 %, auch im Jahr 2022 hatte die Preiserhöhung bei Nahrungsmitteln mit +13,4 % deutlich über der Gesamtteuerung gelegen.

Innerhalb der Nahrungsmittel wurden teilweise gegenläufige Preisentwicklungen beobachtet (zum Beispiel Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren: +5,9 %; Obst: +4,9 %, aber Speisefette und Speiseöle: -1,0 %; Gemüse: -0,3 %). Auch innerhalb der Nahrungsmittelgruppen standen vereinzelt spürbaren Preiserhöhungen auffällige Preissenkungen gegenüber. Quelle

Entwicklung der Verbraucherpreise über die vergangenen 6 Jahre

In den sechs Jahren von 2019 bis 2025 – also seit vor der Pandemie und den darauffolgenden Krisen – haben sich Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 39,1 % verteuert, darunter Molkereiprodukte und Eier um 46,4 %, Speisefette und -öle um 46,0 %, Zucker, Marmeladen und andere Süßwaren um 44,4 %, Brot- und Getreideerzeugnisse um 40,7 %, Mineralwasser, Limonaden und Säfte um 40,6 %, Fleisch- und Fleischwaren um 40,2 %, Kaffee, Tee und Kakao um 38,5 %, Obst um 33,2 %, Fisch sowie Meeresfrüchte um 31,3 % und Gemüse um 30,2 %.

Verglichen mit dem Jahr 2019 lagen die Energiepreise im Jahr 2025 insgesamt 36,8 % höher, darunter Haushaltsenergie um 46,5 % und Kraftstoffe um 24 %. Am höchsten war der Preisanstieg in dem Sechsjahreszeitraum bei Kohlebriketts (93,1 %), gefolgt von Erdgas (88,2 %), Fernwärme (75,0 %), Flüssiggas (69,4 %), Brennholz und Holzpellets (39,8 %), Strom (28,5 %) und Heizöl (20,9 %). Quelle

Entwicklung der Reallöhne

Nachdem die Reallöhne in den Jahren 2020-2022 gesunken waren und das Jahr 2023 nur eine leichte Erhöhung brachte, entwickeln sich die Reallöhne wieder positiv. Für das Jahr 2024 ist mit 3,1 % der stärkste Reallohnanstieg seit 2008 zu verzeichnen. Das starke Reallohnwachstum ist auf die schwächere Inflationsentwicklung, die Zahlungen von Inflationsausgleichsprämien und die in Tarifverträgen beschlossenen Lohnsteigerungen und Einmalzahlungen zurückzuführen. 

Diese Entwicklung hat sich im Jahr 2025 etwas abgeschwächt, dennoch ist ein Wachstum von 1,9 % zu verzeichnen. Quelle

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